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Galerieatelier in Essen

WAZ06012017Die WAZ berichtete am 6.1.2017 über das neue Galerieatelier von Hanny Barth in Essen-Dellwig. Weiterlesen...

Rhein-Main-Presse v. 13.08.2016

 Presse Meta

 
 

Gedanken in Bildern und Texten visualisieren

Von Torben Schröder

AUSSTELLUNG „Metamorphose“ von Hanny Barth im Rahmen der Reihe „Grenzenlos bunt“ in der VG-Verwaltung

OPPENHEIM - „Stellen Sie sich mal vor, bei der Betrachtung im Spiegel sehen Sie ein völlig neues Gesicht an“, schlägt Hanny Barth vor. „Metamorphose“ nennt sich die Bilderschau der Künstlerin, die im Rahmen der Ausstellungsreihe „Grenzenlos bunt“ noch bis zum 28. Oktober im Sitz der Verbandsgemeinde Rhein-Selz in Oppenheim zu sehen sein wird. 

Gibt es Metamorphosen wirklich nur in der Tier- und Pflanzenwelt? Keineswegs, wie die Künstlerin an sich selbst festmacht. Ein Bild – im Rondo stets in Acryl oder Acrylmischtechnik – ist für sie „der Abschluss eines emotionalen und gedanklichen Prozesses“. Die „bildhaft dargestellten Wahrnehmungen ermöglichen den Austausch mit mir selbst“, erklärt sie. Kunst bedeute so „nicht nur Darstellung eigener Wahrnehmung, sondern auch Heilung und Bewusstwerdung“.

Beim Blick in Hanny Barths Biografie gewinnen diese Sätze einiges an Bedeutung. Nach dem Tod ihres Vaters nahm sie nach mehr als 20-jähriger Schaffenspause 2012 die Arbeit wieder auf, zwei Jahre später starb unverhofft auch ihre Tochter. Biografische Schicksalsschläge, gepaart mit einer belastenden beruflichen Tätigkeit, die nach Ausgleich verlangten. „Ich habe meine jüngste Tochter beim Sterben begleitet. Dann kam dieser Morgen, wo alles anders war“, berichtet Barth, „man steht am Abgrund und hat Angst vorm Fallen.“ Der Moment, wenn man plötzlich wieder auf festem Boden stehe, mache dankbar für das Leben. Und er gibt Anlass, die Gedanken „in Bildern und lyrischen Texten zu visualisieren“.

28 Jahre lebte Barth, die in Flensburg auf die Welt kam, in der damaligen VG Nierstein-Oppenheim und studierte in dieser Zeit Kunst, ehe die ausgebildete Tourismuskauffrau vor zwölf Jahren wieder in den Norden zog. „Dies ist meine erste Rückkehr“, erklärt sie. Im Frühjahr soll im Niersteiner Rathaus eine zweite folgen. „Wenn ich sehe, welch breite Palette Sie abbilden, muss ich mich verneigen“, betont der VG-Beigeordnete Bernd Neumer mit Blick auf die nächsten Ausstellungsorte Berlin, Essen, Florenz, Mailand und Hamburg. Hanny Barths Arbeit zeigt Wirkung. „Die Bilder male ich vornehmlich für mich“, blickt sie auf die mehr als 400 Werke, die in den vergangenen vier Jahren entstanden sind, „sie kommunizieren mit dem Betrachter. Ich erhebe nicht den Anspruch, dass sie gefallen oder eine Aufmerksamkeit erregen.“ Dennoch ist Kunst für sie Berufung, jüngst beendete sie ihr Kunsttherapie-Studium und gibt Kurse in intuitivem Malen. Ihre Kunst lädt ein, „auf Entdeckungsreise zu gehen. Hilfestellungen sind die Titel. Treten Sie in Kommunikation mit den Bildern. Was passiert mit Ihnen? Das ist viel wichtiger.“ Sie sei „bewusster, intensiver, elementarer, klarer, ehrlicher mir und anderen gegenüber geworden“, führt Barth aus. Kunst als Reinigungsprozess, von einer Kollegin einmal als „Striptease“ bezeichnet. Die Künstlerin empfand dies offenbar als Kompliment.

Bilder sollen Kommunikation auslösen

„Trost“, „Amsterdam“, „Letztes Himmelblau“, „Eispalast“ oder „Ungewissheit“ lauten die Titel, und die Bilder lösen das Versprechen ein, dass man alles erwarten könne, nur keine Gegenständlichkeit. Dass sich unter dem Titel „Erinnerungen“ unter der Oberfläche Bedrohliches zusammenbraut, darf man erwarten. 

Die „Metamorphose“ und das „Vergissmeinnicht“ geraten, mit psychologischem Blick betrachtet, regelrecht erschreckend. Barth berichtet davon, dass Bilder Kommunikation auslösen – und wie eine Besucherin beim Ausstellungsbesuch in Tränen ausbrach. Abstrakt sind die Bilder, aber, wie das Klischee es verlangen würde, einfach so dahin gemalt sind sie beileibe nicht. Eine Entdeckungsreise lohnt.

 

Schloss Kalkhorst

2RohdeHanny Barth war die letzte Künsterlin, die in Schloß Kalkhorst ausstellte. Weiterlesen...

Trotz allem - ich lebe

Lübecker Nachrichten - OZ v. 13. Mai 2016

http://t.ln-online.de/Lokales/Nordwestmecklenburg/Trotz-allem-ich-lebe-Kunst-als-Spiegel-der-Seele

Grevesmühlen „Trotz allem – ich lebe": Kunst als Spiegel der Seele

Grevesmühlen. Er nennt sich mit Künstlernamen Adam – seine Freundin aber heißt tatsächlich Eva. Beide sind noch sehr jung. Gemeinsam sind sie aus dem Libanon geflohen. Sie wohnen jetzt in Nordwestmecklenburg. Adam spielt arabische Lieder auf seiner Gitarre. Die bittersüß-traurigen Töne empfangen die Gäste der Eröffnungsveranstaltung für die UNO-Flüchtlingshilfe-Wanderausstellung, die seit dieser Woche in der Grevesmühlener Nikolai-Kirche präsentiert wird.

Malen hat eine besondere Wirkung auf die Seele."Hanny Barth, Kunsttherapeutin
Die kleine Schar von Besuchern, die sich die insgesamt 21 Bilder an diesem Eröffnungsabend anschauen möchte – unter anderem sind Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD) und Britta Borgwald, Pressesprecherin des Hospizes in Bernstorf, gekommen – lässt sich von den arabischen Klängen berühren und damit gleich in die Thematik der Ausstellung einführen.

„Trotz allem – ich lebe" heißt die Wanderausstellung. Der Titel spricht ebenso für sich wie jedes einzelne der Bilder. Vier Frauen haben diese im Rahmen einer Kunsttherapie im Evangelischen Zentrum für Beratung und Therapie „Haus am weißen Stein" in Frankfurt am Main gemalt. Sie haben ihre Heimat im Kosovo, Liberia, der Türkei und im Iran verlassen müssen. „Manche dieser Bilder sind wahre Kunstwerke", sagt die freischaffende Künstlerin und Kunsttherapeutin Hanny Barth, die in Wismar und Lübeck lebt. Barth wurde eingeladen, um eine kleine Einführung in die Ausstellung zu geben. Als Künstlerin und Kunsttherapeutin, die selbst auch schon ehrenamtlich mit Frauen aus Afrika gearbeitet hat, weiß sie genau, wovon sie spricht. „Meine Erfahrungen als Kunsttherapeutin bestätigen die besondere Wirkung des Malens auf die Seelengesundheit. So wurde insbesondere in der Arbeit mit Flüchtlingen deutlich, dass dies oft das einzige Kommunikations- und Ausdrucksmittel ist."

Simone Jürß, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Nordwestmecklenburg, ist stolz darauf, diese Wanderausstellung gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai Grevesmühlen zeigen zu können. „Ich habe mich vor ungefähr einem Jahr um diese Ausstellung bemüht und jetzt ist sie endlich da", erzählt sie. „Sie können sich vorstellen, dass sie mittlerweile sehr gefragt und ausgebucht ist."

Noch bis zum 5. Juni sind die Bilder und Schautafeln mit biografischen Hintergrundinformationen zu den Künstlerinnen in der St. Nikolai-Kirche zu besichtigen. „Pfingstsonntag wird die Kirche von 9 Uhr bis 16 Uhr offen sein", gibt Pastorin Maria Harder bekannt. „Ohnehin ist Pfingsten eine gute Gelegenheit, die Kirche mal wieder zu besuchen – auch, um sich die Bilder anzuschauen."

Besucher, die sich die Bilder in Zeiträumen anschauen möchten, in denen die Kirche nicht offen ist, können sich den Schlüssel holen oder Termine mit der Küsterin Ulrike Flügel absprechen. ☎ 0172 / 39 85 36 8

Kunsttherapie

Traumatisierte Menschen können nicht immer mit Worten exakt beschreiben, was sie im Innersten bewegt.

Mit dem Malen von Bildern werden assoziative Prozesse in Gang gesetzt, die tief in das Unbewusste hineinwirken und Türen öffnen können, die normalerweise geschlossen gehalten werden.

Auf Basis dieser Erkenntnis ist die Kunsttherapie in vielen europäischen Ländern bereits in der Gesundheitsversorgung (nicht nur von Migranten) verankert.

• Kontakt Hanny Barth :

freischaffende Künstlerin und Kunsttherapeutin in Wismar und Lübeck:

www.nordgalerie.com

Annett Meinke

 

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